„Mir ist HR oft zu 0815“ Nora-Vanessa Wohlert von Edition F im Interview

Letztens wartete ich bei meinem Stammitaliener auf die „Pizza zum mitnehmen“ und konnte währenddessen einem Gespräch lauschen, das zwei Redakteurinnen miteinander führten. Eine von beiden hatte offensichtlich eine Idee für ein Online-Magazin und ihre Bekannte versuchte sie davon zu überzeugen, diese Idee endlich in die Tat umzusetzen. Dabei fiel der Satz „Frag doch mal die Nora von Edition F – die hat es doch auch geschafft! Du brauchst ein paar Unterstützer zu Anfang und wenn die Idee gut ist, fliegt sie!“

Nora-Vanessa Wohlert ist ein unternehmerisches Vorbild für Frauen – auch jenseits des Journalismus. Sie hat etwas geschafft, was für viele vor ein paar Jahren wahrscheinlich noch wie eine absurde Nischen-Idee klang: Ein Newsportal aufzubauen, das maßgeblich von Frauen für Frauen gestaltet wird. Und das sich nicht um Beauty & Lifestyle, sondern um „echte“ Themen aus der Mitte des Lebens und der Wirtschaft dreht. Darüber hinaus hat sie die Marke Edition F inkl. Konferenzen und Seminaren etabliert. Ich habe mich mit Nora über Edition F, ihre Einstellung zum Erfolg und auch über HR unterhalten. Viel Spaß!

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5 Anzeichen, dass du eine HR-Abteilung brauchst.

Ich wurde letztens zu einem Lunch eingeladen. Ein Mitarbeiter einer Firma wünschte sich, dass ich seinem Geschäftsführer mal erkläre, warum HR wichtig ist. Ich fand die Idee witzig und dachte mir: Warum nicht…mal gucken, was mich erwartet.

Es war ein wirklich leckeres Essen und auch ein gutes Gespräch. Wir sind dann beide zu dem Ergebnis gekommen, dass er eigentlich kein HR braucht – weil er nichts abgeben möchte aus der Geschäftsführung. Von Personalsuche bis Arbeitsverträge erstellen bis Onboarding  – alles wird entweder auf GF-Ebene oder von den Teamleitern erledigt.
Die Kulturarbeit: Kein Problem, liegt bei den Teamleitern und der internen Kommunikation.Ansprechpartner bei Problemen oder Unstimmigkeiten: “Also wir haben alle ein Vertrauensverhältnis. Die können ja auch zu mir kommen…”.

Es ist natürlich toll, dass die Teamleiter und die Geschäftsführung ihre Aufgabe sehr ernst nehmen. Aber ich habe aus den (teilweise auch gegensätzlichen) Erzählungen zwischen Geschäftsführung und dem Mitarbeiter, der das alles initiiert hatte, den Eindruck gewonnen, dass jeder in seiner Welt verharrt. Und dass man über Probleme einfach nicht gerne spricht. Die sind da, um gelöst zu werden. Oder um zu verschwinden.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich für meinen Personaler-Job eine Menge Herzblut habe. Unter „normalen“ Umständen, hätte ich evtl. etwas vehementer argumentiert. Da ich aber seit Dezember “die Seiten gewechselt” habe und aus dem operativen HR-Geschäft raus bin, war das meine ultimative Probe. Berufsehre hoch halten, aber auch loslassen im Gespräch. Letzteres fiel mir immer noch nicht leicht, aber es ging schon deutlich besser.

Warum ich euch das jetzt schreibe? Loslassen kann ich natürlich nicht. 😉 HR ist meine Leidenschaft und ich kenne so viele tolle Personaler, die “den Laden zusammenhalten“. Ich finde es einfach schade, dass der Wert von umfassender Personalarbeit gerade bei jüngeren Gründerinnen und Gründern oder auch älteren Erstgründern noch nicht angekommen ist.

Die Gründe dafür mögen vielfältig sein. Der eine vertraut vielleicht sich selbst am meisten, die andere hat vielleicht vorher nur schlechte Personaler erlebt. Oder sie haben einfach noch nicht den oder die Richtige HR gefunden, der oder die ihre Firma voranbringt und können daher die Tragweite der Rolle nicht einschätzen.

Aber ab wann merkst du als Gründer eigentlich, dass du eine HR-Abteilung brauchst? Ich habe mir dazu mal ein paar Gedanken gemacht:

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4 Sterne für Frau Müller – Wie man durch digitales Staffing seine Projekte zum Erfolg führt.

Was macht man, wenn man nach dreineinhalb Jahren irgendwie genug von der Personalberatung hat? Entweder, man macht eine Weltreise, oder man sucht sich einen kuscheligen Job bei einem der Klienten – oder: Man nutzt das angesammelte Wissen über die Schwachstellen in den Personalbesetzungen und macht daraus ein Business.

Nachdem also das Beratungsgeschäft Richard Schentke nicht mehr richtig überzeugen konnte, und sein Masterstudium beendet war, wollte er seinen langjährigen Freund Robert Freytag für eine Idee begeistern: Was, wenn es mit Hilfe eines Tools möglich wäre, Projekte schnell und effizient mit den richtigen Mitarbeitern zu besetzen? Was, wenn ich mich nicht durch überalterte Exceltabellen wühlen müsste, um die passenden Projektmitarbeiter zu meinen Kriterien zu finden, sondern einfach ein paar Regler schieben könnte?

Richard und Robert haben sich zum Ziel gesetzt, das Projektstaffing auf das nächste Level zu heben. Mit ihrer Betaversion von iCombine Project Pad sind sie dabei nicht einfach blauäugig auf den Markt gehüpft. Kunden- und Anwenderorientierung hat bei iCombine oberste Priorität. Die Erfahrungen, die Richard auf dem Beratungsmarkt gesammelt hat, gaben hier die Richtung vor. Komplizierte Lösungen gab es schließlich schon genug.

Wer schonmal vor der herausfordernden Aufgabe stand, die richtigen Leute für ein Projekt unter mehr als 100 potenziellen Kandidaten zu finden, der weiß, dass das zum Endlos-Thema werden kann. Excel-Tabellen kommen da schnell an ihre Grenzen und das berühmte Hörsensagen hat seine Tücken.

Und hat man dann erstmal jemanden mit den passenden Skills gefunden, hat derjenige natürlich gerade leider keine Zeit. Und welche Parameter sollte ich sinnvoller Weise überhaupt berücksichtigen, um ein Projekt erfolgreich zu staffen?
Fragen und Probleme, die am Ende über den Projekterfolg entscheiden. Ich hätte bei meinem letzten großen Projekt jedenfalls Freudensprünge gemacht, hätte ich eine digitale Unterstützung nutzen können.

Daher war ich auch recht neugierig, nachdem mir Richard auf einem Meetup in Berlin-Charlottenburg seine Visitenkarte in die Hand drückte.
Ein paar Wochen später hat er mir dann Project Pad präsentiert und ich durfte ihm ein paar Fragen stellen.

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Die Armee der Angepassten: Ein Plädoyer gegen den Optimierungsdruck und für freiere Bildungs- und Lebensentwürfe.

Gedanken zu einem Artikel aus der FAZ online vom 15.10.2016 zur Accenture-Studie mit dem Titel „Neue Studie: Die meisten Berufseinsteiger fühlen sich unterfordert“.

Als zweite Akademikerin aus einem Nicht-Akademiker-Haushalt habe ich mal kurz die Statistik gesprengt. Auch als Nesthäkchen mit 11 Jahren Verzögerung, entsprach ich als Zweitgeborene nicht unbedingt der Norm. Aber ansonsten gab es in meinem Lebenslauf keine akuten Auffälligkeiten. Schule immer gut bis okay, nie spitze, aber auch nie schlecht. Im Studium gab es auch nur die Verzögerung mit der dummen Statistik-Nachprüfung (a.k.a. „die letzte vor der Exmatrikulation“) – hat ja trotzdem auch irgendwie geklappt.

Meine liberalen Eltern standen immer hinter mir und haben mir den Rücken gestärkt, sie haben mir vertraut und mich machen lassen – teilweise auch, weil sie einfach keine richtige Ahnung hatten, was Gymnasium und Studium (außer dem Stress) bedeuteten.
Im Nachhinein denke ich, dass es ein absoluter Glücksfall war. Ich durfte schon immer alles ausprobieren, was ich wollte. Darunter erfolglos Klavierunterricht, Voltigieren (warum?!), Reiten (Ich mag Pferde wirklich nichtmal besonders!) und – das war besonders schön – ich wurde sehr oft einfach in Ruhe gelassen. Keine übernervigen Nachfragen zum Schul- oder Unistatus, kein Erwartungsdruck in irgendeine Richtung. Hauptsache ich war ehrlich und bin ab und zu mal nach Hause gekommen oder habe mich telefonisch gemeldet.

Warum ich das alles erzähle: Weil ich irgendwie das Gefühl nicht los werde, dass ich leider eine aussterbende Spezies bin.

Verkürztes Abitur, Duales Studium, mit spätestens 23 bereit sein für den Arbeitsmarkt, Auslandsaufenthalt im Lebenslauf (am besten mit Charity-Hintergrund) und mit 28 fest die Familien- und Bausparplanung im Blick. Der Erwartungs- und Leistungsdruck an die jungen Erwachsenen von heute ist einfach enorm. Und vor allem scheint dieser Druck schon so verinnerlicht worden zu sein, dass dagegen nicht mal mehr rebelliert wird. Im Gegenteil (siehe FAZ-Artikel).

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