Die Mission zum Mars – und was hat HR da verloren? #Blogparade #DGFPc18

Im Rahmen der Super-Konferenz „DGFP // congress 2018 Navigating the FUTURE“ (die dieses Jahr nicht nur auf der re:publica, sondern auch bei mir um die Ecke, im tollen Zeiss-Großplanetarium statt findet), wurde ich dazu eingeladen, mich an der Blogger-Parade zu beteiligen. Als ich fragte, worüber ich denn so schreiben solle und als Antwort „Mars-Mission und HR auf zu neuen Ufern. Was müssten wir als Personaler denn machen, um mitzukommen auf die Mars-Mission?“, musste ich erstmal lachen. Als ob wir zum Flug eingeladen würden. HR wird maximal vorher eingebunden, aber auf der Mission braucht man uns doch nicht. Oder..?

Man nehme mal die Sache mit dem Mars in Klammern und schaue mal nur auf die Mission. Im durchschnittlichen HR-Dasein kommt man doch genau dann als Jobrolle ins Spiel: Wenn es richtig losgehen soll. Die ersten Strukturen sind mehr oder minder etabliert und jetzt will „man“, a.k.a. Gründer oder Investor, richtig durchstarten.

Die Frage lautet also eigentlich nicht „Wird HR mitgenommen?“, sondern vielmehr „Welchen HR-Typ soll man eigentlich auf so eine Mission mitnehmen?“

Die HR-Landschaft ist mittlerweile bunt und wild. Generalisten vs. Spezialisten, analog vs. digital, Grundlagen-Wissen vs. Forecasts…Wie soll man sich nun richtig entscheiden? So eine Mars-Mission ist ja kein Pappenstiel.

Um die Auswahl ein wenig zu erleichtern, habe ich das Ganze mal auf 6 HR-Charaktere runtergebrochen. Entscheidet selbst, ob und wen ihr überhaupt mitnehmen würdet. Schreibt mir doch in die Kommentare, für wen ihr euch entscheidet. Aber Achtung: Ihr dürft nur 3 HR-Posten besetzen.

Die HR-Professorin

Sie kann voraussagen, wer die Rakete gar nicht erst besteigen wird, obwohl er noch enthusiastisch zu sein scheint. Gleich nachdem sie in das Projekt eingeweiht wurde, gab es einen Chip, den jedem Mars-Missions-Mitglied implantiert wurde. Schlafrhythmus, Mittagessen, wie oft mit welchem Crew-Mitglied gesprochen und wie oft schon vor Abflug mit zu Hause telefoniert wurde: Die HR-Professorin weiß alles. Leider auch, wer auf der Hälfte der Missionsreise Heimweh oder Höhenangst bekommen wird und wer ab dem 5. Tag mehr Geld einfordern und den ersten Streit in der Kantine vom Zaun brechen wird.

Daher gibt die Professorin schon vor Beginn der Mission vor, wer als Crew-Mitglied nicht in Frage kommt. Außerdem hat sie ein umfassendes Bild von den Talenten und Kompetenzen innerhalb der Crew – zumindest aus der Erdenbewohner-Perspektive. Sie wird als Beraterin von der Missionsleitung sehr geschätzt.

Da sie viel denken und vergleichen muss, hat sie ein Einzelbüro. Socializen ist nicht so ihre Sache. Sie fühlt sich zwischen den Zahlen deutlich wohler, hat aber gerade unter den Programmierern viele gute Arbeitsbeziehungen. Das bringt ihr neben einer guten Reputation in diesen Kreisen auch den Vorteil, dass sie neue Tool-Ideen schnell umsetzen kann. Da sie selbst Höhenangst hat, wird sie leider nicht in die Rakete einsteigen, aber wer weiß – vielleicht ist sie auch am Boden eine gute Wahl?

 

Der nette Feelgood-Personaler

Es gibt keine Probleme, nur Herausforderungen! Und die kann man im Notfall auch einfach mal nett verpacken. Der Feelgood-Personaler hat einfach immer ein Lächeln im Gesicht und einen persönlichen Gruß auf den Lippen: „Mensch, wie geht’s den Kleinen zu Hause auf der Erde?“ „Na, was macht der Meteoriten-Ausschlag?“ „Leute, Bergfest! Kuchen für alle auf Deck 3!“ „Klar kann ich mal mit dem Commander reden, ob wir nicht noch n Yoga-Lehrer mit an Bord nehmen können!“

Der Feelgood-Personaler versteht sich einfach mit jedem und mit allen. Falls auf dem Weg doch noch außerirdisches Leben Interesse an der niederen Menschen-Rasse findet, dann wird der Feelgood-Personaler schon vermitteln. Solange es nicht knackt. Anecken ist nicht so sein Ding.

Um 18:00 Uhr ist übrigens Feierabend – aber okay, ein Bierchen unter Kollegen geht natürlich noch. „KLAR kann ich das fluoreszierende Klopapier auf die Shoppingliste packen. Ist ja auch ein witziger Gag.“ „Ja, also wegen dieser Sache mit deinem Arbeitsvertrag – da musst du mal mit deinem Chef reden. Der hat mir das so durchgegeben, du. Da sind mir leider die Hände gebunden. Du verstehst. Prösterchen!“

Konfrontative Gespräche sind eher nicht so sein Ding. Am liebsten macht er „was mit Menschen“ und wenn es auf dem Mars doch noch anderes Leben gibt, dann ist das für ihn auch echt spannend. Man kann wirklich nichts schlechtes über ihn sagen. Er hält den Laden zusammen! Oder hält er ihn doch nicht eher auf?!

Die Neue, die noch was werden will

Achtung, aus dem Weg, die Welt hat auf sie gewartet. Mit Leidenschaft und top ausgebildet, so zeigt sich die Neue, die noch was werden will. Hoch motiviert und unverbraucht: Die Neue ist the Rocket, sie braucht gar keine – also mal bitte herhören! Sie hat innovative Ideen, die sie selbstsicher vorträgt. Aber mal ehrlich: Richtig gearbeitet hat die doch noch nicht!

Die Neue möchte alles und jeden am liebsten schon gestern kennen lernen. Wenn sie nur endlich mal das Prozessbuch durchackern würde, statt die ganze Zeit diese nervigen Fragen zu stellen! „Arbeiten wir agile? Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es denn für mich? Was muss ich tun, um nach der Probezeit mehr Geld zu bekommen? Welche Ziele habe ich?“

Die Neue, die noch was werden will, wird oft belächelt – sie ist aber nicht naiv und bekommt das Augenrollen mit. Daher gibt sie sich selbst die Probezeit, um auszutesten, ob so was hier wirklich was für sie ist. Eigentlich kam bei allen Tests raus, dass sie sich lieber selbstständig machen soll. Aber sie arbeitet gerne im Team und die Mission zum Mars ist etwas, an dem sie wachsen kann – das hat sie im Gefühl. Sie kommt besonders bei den jüngeren Besatzungsmitgliedern mit ihrem Ideen gut an und versteht es, die Leute, die sie für ihre Ideen braucht, schnell zusammenzutrommeln. Leider geht es nicht immer in die Richtung, die der Commanderin lieb ist. Sollen wir es riskieren?

 

Der HR-Stratege

Er ist nicht so gut mit Menschen, dafür aber mit Prozessen und in Sachen Taktik macht ihm niemand so schnell was vor. Der HR-Stratege schaut sich erstmal an, was da ist, bevor er schnelle Entscheidungen trifft. „Was lange währt, wird endlich gut“ – das ist sein Motto. Er weiß unheimlich viel, vor allem, weil er sich sehr viel anliest und in allen Meetings sehr aufmerksam zuhört.
Er sagt selten unaufgefordert etwas. Wenn er ein Thema einbringen oder vorstellen soll, dann bereitet er sich sehr lange darauf vor und teilt stolz seine 40-seitige Powerpoint. Natürlich per Airdrop. Von gestern ist er jetzt auch nicht!

Geburtstage oder Jubiläen der Crewbesatzung sind nicht so sein Ding und Gespräche, die nicht um die Sache gehen, unangenehm. Argwöhnisch schaut er auf die Grüppchen im Pausenraum. Sich dazugesellen – das verbietet seine Rolle. Er muss am Ende Entscheidungen treffen, auch gegen einzelne Crewmitglieder. Da ist es besser, wenn man die nicht zu nah an sich ran lässt. An seinem Geburtstag bringt er trotzdem selbstgebackenen Kuchen mit und in seiner Freizeit ist er Trainer im Jugend-Sportclub. Er mag es gewissenhaft und berechenbar. Eigentlich kein schlechter Ruhepol auf so einer crazy Mars-Mission, oder?

 

Die HR-Weise

Sie weiß ziemlich viel über ihren Job und über die Mannschaft: Wer mit wem und warum? Welcher Paragraph wie und wo gilt und warum der mittlerweile 2. Offizier im Sommer 2005 mal 3 Wochen unbezahlten Urlaub hatte.

Vor allem hat die HR-Weise ein riesiges Netzwerk innerhalb der Mission, das sie aber gerne für sich behält. „Die Neue“ kramt darin schon viel zuviel rum. Daher hat die HR-Weise hier und da ein paar Gerüchte gestreut, die der neuen Kollegin das Leben etwas schwerer machen werden.

Zu befürchten hat die HR-Weise generell kaum etwas, weil sie weiß, dass die anderen sie nicht verraten werden. Dafür hat sie einfach schon zu viele Gefallen getan, wenn mal Not an der Frau war. Und außerdem kennt sie die HR-Grundlagen halt einfach aus dem Effeff. Das macht ihr so schnell niemand nach.

Die HR-Weise hat schon viele Missionen kommen und scheitern sehen und ist durch nichts so schnell aus der Bahn zu werfen. Sie macht ihre Arbeit, aber weiß auch, dass sie nur noch 15 Jahren und 10 Tage malochen muss. Aber die Aussicht., ihren Ruhestand auf einem anderen Planeten zu verbringen, reizt sie dann doch. Vor allem möchte sie es allen Chefs zeigen, die sie schon „überlebt“ hat und die niemals einen Fuß in die Rakete setzen werden – soviel ist sicherr.
Die Crew-Mitglieder vertrauen ihr und ihr Urteil ist aufgrund ihrer Erfahrung meist ein sicheres. Eigentlich keine schlechte Kombination aus Prozesswissen und Neugierde, oder?

 

Der HR-Entertainer

Leute begeistern: Das kann der HR-Entertainer. Ob in einem Workshop oder bei einer Geburtstagsansprache, er findet immer den richtigen Ton. Die besten Crew-Mitglieder gehen auf seine Kappe. Reden und überzeugen kann er.

Er hat kreative Ideen und ist nicht auf den Mund oder Kopf gefallen. Anderen fällt es leicht, sich von seinem Enthusiasmus anstecken zu lassen. Auch wenn es nur temporäres Hoch ist oder sie nicht so genau wissen, wovon sie jetzt eigentlich begeistert sind.

Der HR-Entertainer ist vor allem stark im großen Auftritt und dem „Big picture“ – für den kleinen Vertrag zwischendurch ist er weniger zu haben. Zu viel Detail, zu wenig aufregend. Der Entertainer schafft es locker, alle auf der Mission zu einem Team: Vom Commander bis zum Küchenpersonal. Und auch die, die bisher gar nicht auf die Mission mit wollten, denken jetzt darüber nach oder sind zumindest ein bisschen neidisch.

Der HR-Entertainer kann also die Massen begeistern, aber für den Einzelnen interessiert er sich nicht wirklich. Zu viele Details schaden nur dem Gesamtziel. Und das…ja was ist das eigentlich? Klar, zum Mars kommen. Und das muss wohl reichen und dafür brennt der HR-Entertainer. Seine Zukunft sieht er nicht unbedingt im HR, aber wohin es genau gehen soll, dass weiß er auch nicht. Solange ihm das alles Spaß macht, wird er auch alles geben.  So eine Mars-Mission ist ja eine längere Angelegenheit – da ist jemand mit Veränderungswillen vielleicht gar nicht so schlecht?

Und? Welche drei dürfen es nun sein? Ich bin gespannt auf eure Kommentare! 🙂

7 Gedanken zu “Die Mission zum Mars – und was hat HR da verloren? #Blogparade #DGFPc18

  1. Josefine schreibt:

    Ganz klar: die Neue (sie ist so herrlich unversaut und stellt noch die Fragen, die sonst keiner mehr stellen will). Den Strategen, damit man ankommt und den HR Entertainer, denn ein bisschen Spaß muss sein 🤗. #dieRaketestartet
    VG

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  2. Maike schreibt:

    Die Professorin – für wissenschaftliche Basis, die mir oft fehlt. Der Weise – für die Erfahrung. Die Neue – für Experimentierfreude und Mut!

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  3. Kira-Friederike Brüxkes schreibt:

    Naja die Professorin ist toll – aber wie du schon sagst, sie wird vorher eine große Hilfe sein, aber nicht in die Rakete steigen. Wenn ihr Job getan ist kann der Stratege ihren Platz einnehmen. Dann sollte auf jeden Fall die Neue mit, die sich für Details und alles begeistern kann, was dem Rest scheinbar nicht so liegt (wo ist eigentlich der administrative Personaler, dem die Verträge und Details liegen?). Als drittes sollte entweder der Entertainer oder der Feelgood Personaler dabei sein – für die soften skills an Board.

    =)

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