„Mach, was du liebst!“ – das Recruiting-Event der Zukunft?

Karrieremessen sind trotz Internet und mobiler Jobsuche auf dem Smartphone immer noch ein Format, das viele Besucher anzieht. Sonst würde es ja nicht so viele davon geben.
Aber auch die alteingesessenen Veranstalter merken, dass mit der üblichen Aneinanderreihung von Ständen in weißen Messehallen nicht mehr alle hinterm PC vorzulocken sind. Schon gar nicht die Hauptzielgruppe der Absolventen.

Absolventenkongress.de lädt am 23.-24. November in die Kölnmesse ein und lässt es dort so richtig krachen. Unter dem Motto „Mach, was du liebst!“, wird ein buntes Feuerwerk aus neuen Formaten auf die Besucher und Aussteller abgefeuert. Die Begleitbroschüre liest sich eher wie die Vermarktung eines Festivals.

Wer Action und neue Formate wünscht, soll in Köln nicht enttäuscht werden. Roboterfights, intraktives Coaching, Fuckup-Runden, Startup-Zone, Streetfood-Markt…und zwischendrin potentielle neue Arbeitgeber.

Wie kam es zu dem Konzept? Hat man nicht ein bisschen Angst, zum Happening ohne Mehrwert zu werden?
Ich durfte Frank Dreher, Geschäfstführer des Staufenbiel Instituts und Ausrichter des Absolventenkongress, ein paar Fragen stellen.

Hallo Frank! Ich freu mich dass du dir die Zeit nimmst, mir ein paar Fragen zu beantworten.

„Wir holen Jobsuche und Bewerbung raus aus der langweiligen Ecke” – wenn ich mir euer Begleitheft zur Messe und das Programm durchsehe, hab ich ja direkt Lust, selbst vorbeizukommen: Street-Food-Markt, Roboterfight, Black Box Recruiting…warum habt ihr diesen Ansatz gewählt?

Dann solltest du in jedem Fall selbst dabei sein! Für uns war es Zeit, ein gutes Konzept abzustauben und zeitgemäß aufzuziehen. Seit 2016 gehört das Staufenbiel Institut zu squeaker.net, das war für uns die perfekte Gelegenheit, das Event genau anzuschauen und zu überlegen: Was können wir anders machen? Was ist unserer Zielgruppe wichtig? Uns war klar: Wir wollen das Besuchererlebnis in den Fokus stellen und ein Event erschaffen, das weit über Jobsuche und Networking hinausgeht.

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Frank Dreher, Geschäftsführer Staufenbiel Institut GmbH

Bei euch sind auch eine Menge bekannter Konzerne vertreten. Die sind ja bei neuen Konzepten oft schwieriger zu überzeugen. Wie war deren Reaktion? Mussten sie was von ihrem sonstigen Auftritt ändern?

Wir haben über das Format mit unseren Kunden gemeinsam diskutiert – auch auf ihrer Seite gab es den Wunsch nach neuen Ideen. Deshalb waren die Reaktionen sehr positiv. Natürlich gibt es hier und da auch Widerstände, das gehört in unseren Augen zu einer so großen Veranstaltung wie dem Absolventenkongress aber auch dazu.

Als Recruiter hab ich bei den ganzen coolen Gimmicks ein wenig Bedenken, dass das zu einem Happening ähnlich der Jugendmesse YOU! wird. Frei nach dem Motto: „Geil alles konsumiert, Give-aways eingepackt (a.k.a. dem mit den geilsten spendiere ich noch ein Insta-Foto) – und Tschüssi!“ Hattet ihr dazu auch Diskussionen?

Ja, wir haben diese Frage diskutiert – und uns deshalb entschieden, nicht noch weiter zu gehen. Wir hatten noch viele andere Ideen, aber wir wollen das Event nicht verwässern. Jetzt bieten wir viel Neues, aber wir bleiben unserem Kern treu.

Ich geb’s zu:  Mich treibt vor allem eine Frage um, seit ich das Programm gelesen habe: Was wird in der mysteriösen Recruiting-Blackbox passieren?!

Dort finden Gespräche in völliger Dunkelheit statt: Bewerber und Recruiter schalten alle anderen Sinne aus, um sich ganz auf den Inhalt konzentrieren. Es geht darum, die eigenen Grenzen zu überwinden und eine neue Erfahrung zu machen. Aber am besten schaust du es dir am 23. oder 24.11. selbst vor Ort an.

Wie jede gute Messe, habt auch ihr eine Startup-Zone. Mal unter uns: Warum werden die Startups eigentlich immer in ein extra Areal gepfercht? 😉 Geht es darum, Jobmöglichkeiten bei Startups zu erkunden, oder was ist die Idee dahinter?

Wir glauben nicht, dass wir sie einpferchen, im Gegenteil: Start-ups ticken anders als die großen Marken, deshalb wollten wir sie gerade nicht an einzelne Messestände binden. In der Start-up Zone geht um den Austausch, um Vernetzung – da kann man sich einfach mal dazu setzen und mit den Gründern quatschen.

Auch die Formate sind ganz anders als im restlichen Programm: Pitch-Games, Fuck-up Storys oder Businessplan-Crashkurs. Das passt nicht unbedingt zwischen die Stände von großen Top-Unternehmen. Für uns ist die Start-up Zone kein ausgegrenzter Bereich, sondern ein Highlight in der Halle.

Was würdest Du sagen: Warum sollte ich bei euch als Teilnehmer auf der Messe vorbeischauen? Und wieso als Aussteller?

Unsere Zielgruppe will nicht einfach einen Job, mit dem sie ihre Miete bezahlen kann. Es geht darum, eine Sache zu finden, die man liebt – und die passende Stelle, um genau das auszuleben. Dafür ist der Absolventenkongress die richtige Gelegenheit und davon profitieren natürlich auch die Aussteller.

Für Unternehmen lohnt es sich aus Recruiting- und Branding-Sicht: Der Absolventenkongress verfolgt einen ganz anderen Ansatz als andere Jobmessen, es gibt es kein vergleichbares Angebot in Deutschland.

Glaubst du, dass die Speaker auf eurer Messe den Anforderungen des neuen Konzepts gerecht werden?

Wir haben die Formate so angepasst, dass sie den bestmöglichen Rahmen dafür bieten: Es gibt neue Formate wie zum Beispiel den Hot Seat, auf dem sich Consultants anonymen Fragen der Besucher stellen, und interaktive Coachings. Außerdem werden die Vorträge kompakter als früher und sie finden in der Halle selbst statt. Das lockert alles ganz entscheidend auf. Bei den Speakern war es uns vor allem wichtig, dass sie authentisch auftreten. Sie selbst sind natürlich alle ganz unterschiedlich – genau wie die Besucher unseres Events.

Lieben Dank für das Interview, Frank!

Die Karrieremesse von Absolventenkongress.de findet am 23.-24. November in den Messehallen in Köln statt. Für Studenten und Absolventen ist die Teilnahme kostenlos. Als interessierter Recruiter oder Personaler lässt sich sicher auch ein Besuch vereinbaren.

Was glaubt ihr? Ist so ein Format zukunftsfähig, oder wird sich bald eh alles online abspielen?

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