5 Gründe, warum HR keinen Spaß macht – und was du in 2021 daran ändern kannst

2020 war hart. Nie wurde ein neues Jahr so herbeigesehnt. Obwohl wir auch in 2021 noch nicht vollständig zu “Business as usual” zurückkehren können und/oder wollen, zeigt die HR-Landschaft in Deutschland besonders viel Schwung und eine große Schaffenskraft. HR hat in 2020 gezeigt, wie anpassungsfähig sie ist und wie nah am Business die Funktion agieren kann. Und dass sie gerade in unsicheren Zeiten als unentbehrlich betrachtet wird. 

Dennoch gab es 2020 (und die Jahre davor) Dinge am HR-Job, die so wirklich gar keinen Spaß gemacht haben und die in scheinbar keiner anderen (White Collar-) Profession so ausgeprägt vorkommen. In Gesprächen mit HRler*innen begegnen mir immer wieder ein paar “Pain-points”, auf die sich irgendwie alle einigen können. Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken und zu sagen: ”Naja war ja schon immer so”, solltest du 2021 lieber zu deinem HR-Jahr machen! Wie du es schaffst, aus den 5 Gründen, warum HR keinen Spaß macht, deinen Booster für das kommende Jahr zu machen, das kannst du hier nachlesen: 

1. Du bekommst nie ein Dankeschön

Der Vertrieb hat mal wieder einen dicken Fisch an Land gezogen und lässt die Sektkorken knallen? Das Marketing-Team präsentiert im Wochenmeeting mit allem Brimborium und lässt deine Powerpoint-Slide mit den besten Feiertagswünschen wie das mickrige Tannenbäumchen aussehen, das man am 6.1. auf die Straße wirft? Du hast mal wieder die Weihnachtsgeschenke in liebevoller Detailarbeit vorbereitet und der Firmenfunk wird mit “Dankeschöns” an die Geschäftsführung geflutet? 

Nimm dir für 2021 vor, deine Erfolge und dein Zutun zu Dingen klar zu benennen. Suche die Allianz deiner Kolleg*innen, z.B. aus der Sales- oder Marketing-Abteilung und frag sie aktiv nach Präsentationstipps. So schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe: Du kannst Wissen aufbauen und deine Erfolge zielgruppengerecht kommunizieren und du bringst dich mit deiner Funktion automatisch ein. Frag doch nebenbei mal, wie es mit der/dem neuen Mitarbeiter*in so läuft: Und beim nächsten Team-Erfolg, der gefeiert wird, denken auch deine Kolleg*innen daran, wer den Erfolg mit einem spitzen Recruiting- und Onboardingprozess ermöglicht hat.

Und wenn dir auch im nächsten Jahr niemand für die liebevolle Übermittlung der Weihnachtsgrüße dankt, dann bemerke doch einfach ganz selbstbewusst, dass es dich sehr freut, wie toll die Geschenke angekommen sind! Ich garantiere dir: Dein “Appraisal” wird nicht lange auf sich warten lassen! Also: Statt den Ärger runter zu schlucken, heißt es: Sichtbar werden.

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2. Dich wird auch in 2021 keine Beförderung erwarten

Bereits im letzten Jahr wurde dir signalisiert, dass du “noch nicht so weit bist”, um „den nächsten Shritt zu machen“. Obwohl du bereits 40% mehr verantwortungsvolle Aufgaben in deinem Portfolio hast und bisher noch an keiner Challenge gescheitert bist. Offenbar bist du vielleicht doch nicht so gut in deiner Arbeit, wie du dachtest…? Und dann noch die unsichere wirtschaftliche Lage … naja gut, dann aber im übernächsten Jahr!

Stopp! Times are rough – ist klar. Kurzarbeit, unsichere Wirtschaftslage, Pipapo – ABER wenn du zu den vielen HR-Mitarbeiter*innen gehörst, die (noch) wenig Auswirkungen der Krise im eigenen Unternehmen gespürt haben, dann hast du auch in 2021 die Chance, deine Karriere im Unternehmen zu pushen. Wichtig: Solltest du eine Zielvereinbarung haben, schaue gerade auch in 2021 proaktiv auf die Ziele (auch außerhalb der offiziellen Gesprächszyklen) und warte nicht, bis es deine Führungskraft tut. In diesem Jahr werden sich ganz sicher noch viele Dinge verändern – in der Unternehmensführung (remote vs. vor Ort), der Unternehmenskultur und der Zusammenarbeit. 

HR wird ein sehr wichtiges Stellrädchen sein (wir wissen: ist es natürlich schon längst) und das werden dann auch wirklich alle checken. Also: Bereite dich jetzt schon darauf vor, mach deine Recherchen zur wirtschaftlichen Lage, zu Trends in HR und Unternehmensführung schau dir an, wie große Konzerne und Mittelständler mit der Situation umgehen. Gewinne Selbstvertrauen in deiner Arbeit und gehe selbstbewusst in deine Karriereplanung. Du hast viel zu bieten!

3. Du bekommst alle Aufgaben, die übrig bleiben

A propos viel zu bieten und Karriereplanung. Das muss grade mal warten. Erstmal musst du nämlich noch den Installateur beknien, dass er doch bitte mal kurz vorbei kommt und das Waschbecken im Herrenklo repariert. Dann muss noch Druckerpapier bestellt werden und du sollst recherchieren, welche neue Tarifoption für die Firmenhandys nun am günstigsten ist…und was soll nun eigentlich mit dem Obstkorb passieren, der im Zuge der Homeoffice-Regelung vor sich hin schimmelt?

Ihr kennt es ganz sicher: Aufgaben, für die sich niemand so richtig verantwortlich fühlt, bleiben bei HR liegen. “Das geht ja ganz fix!”, “Wir haben grade niemanden, der sonst dafür Zeit hätte”, “du bist da ja die/der Vertrauenswürdigste”… STOPP!

Komm in 2021 unbedingt raus aus der Verantwortungsfalle! Deine Arbeit wird am Ende des Jahres ganz sicher nicht daran bemessen, ob du 4 Stunden lang den günstigsten Kaffeeanbieter recherchiert hast oder dem Unternehmen 2.000 Euro Telefongebühren gespart hast. Dein Zutun am Unternehmenserfolg sollte vielmehr daran gemessen werden, ob du Einstellungszahlen erfüllst oder dass die Retention-Rate sinkt. Eben die richtigen HR-KPIs, die zu deinem eigentlichen Job gehören. Denke daran auch, wenn du deine Zielvereinbarung machst (siehe Punkt 2). 

4. Alle kommen mit ihren Problemen zu dir

Die Tastatur funktioniert nicht mehr, der Stuhl im Homeoffice ist zu unbequem (“kann da nicht die Firma was?”), der Mitarbeiter reagiert nicht auf die Videocalls der Vorgesetzten… 
Die Themen, die bei HR landen sind vielfältig und dort auch manchmal gar nicht richtig aufgehoben. HR ist aber nun einmal der Puffer zwischen Mitarbeiter*innen und Unternehmen. Es ist die Ratgeber- und Hilfefunktion.

Nimm dir doch für 2021 einmal vor, die Anfragen, die dich innerhalb eines Monats erreichen, auszuwerten. Welche davon sind wirklich HR-relevant, welche Themen übernimmst du, weil es keine alternativen Ansprechpartner*innen gibt?
Tritt also selbst ein paar Schritte von deinem täglichen Tun zurück und analysiere dein Aufgaben-Portfolio. Vielleicht wird es ja doch Zeit, jemanden für Office Management oder Operations einzustellen? Du solltest die Stunden, die du mit Anfragen zubringst, die wenig bis kaum Impact auf die Gesamtorganisation haben, genau hinterfragen und das entsprechend an die Geschäftsführung oder deine Führungskraft adressieren. Den meisten der Protagonist*innen im Arbeitsumfeld ist es gar nicht bewusst, welch vielfältiges Aufgabenportfolio du hast. Und nicht selten sorgt eine konkrete Erfassung und Aufbereitung an Zahlen, Daten und Fakten für den notwendigen Aha-Effekt, der etwas an deiner Auslastung ändert. A propos Auslastung…

5. Niemand sieht, wie du dich jeden Tag aufreibst

Wie bereits in Punkt 4 erwähnt, ist es eben gar nicht so leicht für andere, wirklich zu sehen, welche Aufgaben du den ganzen Tag übernimmst. Oder wie hart es ist, die perfekten Kandidat*innen an Land zu ziehen und insbesondere in diesen Zeiten ein gutes Onboarding hinzulegen. Wenn du momentan im Homeoffice arbeitest ist es für Außenstehende noch verborgener, welche Berge du jeden Tag bewegst.

Daher solltest du dir dringend für 2021 vornehmen, Erfolge sichtbar zu machen und zu feiern. Du hast bisher noch keinen Zeitslot im Teammeeting, bei dem du deine Erfolge in HR präsentieren kannst? Dann nimm dir den Raum! Berichte von deinen Erfolgsstories (weil du ja Punkt 1 befolgt hast, wird das ein Kinderspiel) und klopf dir auch dezent selbst auf die Schulter – falls es sonst keiner tut. Bitte zum Beispiel deine Kandidat*innen darum, das Bewerbungsgespräch und den Prozessablauf zu bewerten und sammele das Feedback. Lass dir auch regelmäßig Feedback von Personen geben, mit denen du eng zusammenarbeitest – so hörst du auch ganz sicher, wie sehr du für deine Arbeit geschätzt wirst.

Aber denke daran: Eigenlob kann auch schnell überheblich daher kommen. Versuche darum immer den Fokus darauf zu setzen, was dein Einsatz dem Unternehmen bringt und was alle davon haben. So steht deinem erfolgreichen HR-Jahr 2021 garantiert nichts mehr im Weg! Ich wünsche dir viel Spaß dabei und drücke dir die Daumen, dass du deine Ziele in 2021 erreichst!

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Foto von Tim Gouw auf Pexels

2 Gedanken zu “5 Gründe, warum HR keinen Spaß macht – und was du in 2021 daran ändern kannst

  1. Nikola Gazzo schreibt:

    Liebe Eva, Dein Beitrag gibt einen guten Einblick in die (manchmal undankbaren) Aufgaben der HRler*innen, einem ja oft weiblich besetzten Beruf. Das veranlasst mich, als Business Coachin, mit einem spezifischen Ansatz für Frauen, Personalerinnen folgende  Strategien ans Herz zu legen, um die von Dir beschrieben Fallen z.B. als  „Mädchen für Alles“ angesehen zu werden oder/und falsche Bescheidenheit zu vermeiden:
     – für die eigene Sichtbarkeit im Unternehmen sorgen, Stichwort gute interne Kommunikation
    – Abgrenzung des Aufgabenbereichs (ich-Botschaften,  „Nein“ sagen können mit Hilfe „gewaltfreier Kommunikation“)
    – Beförderungen einfordern („Haltung“! Ich Botschaften, GfK,)
    – Wichtigkeit der weiblichen soft skills hervorheben, gerade in der Pandemie.
    In diesem Zusammenhang  interessant (wenn auch vielleicht bereits bekannt): die 7 HR Thesen für 2021 aus der Sicht des BPM:
    https://www.bpm.de/meldungen/die-7-hr-thesen-2021-aus-sicht-des-bpm
    Hier ein Auszug aus der (leider) letzten, nämlich 7.These in Bezug auf die Wichtigkeit von „Werten, Diversity und Nachhaltigkeit“:
    „…bei allen aktuellen Herausforderungen: Organisationen brauchen Purpose als Energiequelle der Transformation.“
    Kann ich nur unterschrieben- immer wieder über den eigenen „purpose“, d.h. die Sinnhaftigkeit meines Schaffens nachdenken –  guter Vorsatz für 2021 😉 ! Liebe Grüße, Nikola

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