5 Tipps, wie du deine HR-Abteilung glücklich machst

Na? Immer noch auf der Suche nach Personal? Immer noch überfordert mit der Fluktuation in deinem Unternehmen? Du bist Manager:in oder Geschäftsführer:in und eigentlich ganz zufrieden mit deiner Personalabteilung? Oder findest du, dass die mal “ein bisschen mehr PS auf die Straße bringen könnten”?
Egal, was dich umtreibt. Nimm dir jetzt die 10 Minuten und lies dir durch, was du tun kannst, damit deine HR-Abteilung überall verkündet: „Ich hab den/die beste:n Chef:in der Welt!”

1. Gib deiner HR-Abteilung Freiraum und Zeit!

Ja, die Stellenausschreibungen türmen sich auf eurer Karriereseite. Und ja, es müsste mal dringend jemand die Belege einscannen und sortieren. Und da ist ja auch noch dieses eine Projekt, das die Fachabteilung einfach nicht alleine hinbekommt. Wollte sich da HR nicht kümmern? Und was ist nun eigentlich mit dem Diversity-Thema, das sie vor Monaten vorgeschlagen haben…bis heute liegt da noch nichts in deinem Mailfach.

STOP! Ich höre immer wieder von HRlern, wie viel sie eigentlich auf dem Schreibtisch haben. Das hängt zum einen daran, dass People & Culture ein so weites Feld ist, dass es sich viele nicht trauen “Nein” zu sagen, wenn das nächste Thema um die Ecke lugt.
Zum anderen ist diese ständige Überforderung auch dem geschuldet, dass jeder etwas von HR erwartet. Führungskräfte, Management, Kandidat:innen, Mitarbeiter:innen. Wenn du eine gute HR hast, wird sie immer überfordert sein. “Ist doch prima, wenn alle gerne mit HR arbeiten und sie Themen treiben”, denkst du gerade.

Aber der Grat zwischen “sich überall einbringen” und “nichts zu Ende bekommen” ist leider sehr schmal. Daher: Setz dich mit deiner HR-Abteilung genauso zusammen, wie mit deinen anderen Fachabteilungen. Mach Auslastungs- und Monatspläne und sei auch bereit, mehr zu investieren und Verstärkung zu gewährleisten. HR ist keine “Kostenstelle” deines Unternehmens! Der Gewinn, der dort entsteht, vorausgesetzt es stehen genügend Ressourcen zur Verfügung, kannst du mit keinem Beratungsunternehmen der Welt so bekommen.

2. Lass deine HR-Abteilung sich weiterbilden.

“Na so oft gibt es nun auch keine Anpassung des Arbeitsrechts…was sollen die denn lernen? Und die Coaching-Ausbildung…so teuer und wozu? Dann sind die ja noch weniger im Unternehmen und machen sich am Ende noch selbstständig und aus dem Staub.” Na? Erwischt?

Es scheint mir oft so, als würde bei keiner Abteilung so sehr auf Abwesenheitsstunden geschaut, wie bei HR. “Ist die Veranstaltung wirklich nötig?”, “nee, also sag doch mal, was uns die Weiterbildung in der Teamentwicklung jetzt bringt, wenn wir noch 10 Arbeitsverträge machen müssen?”. Ich erlebe oft, dass sich Personaler Urlaubstage nehmen müssen, um auf Veranstaltungen zu gehen oder diese auch aus der privaten Tasche finanzieren. Und das selbst bei Unternehmen, die sonst für Weiterbildung Unsummen ausgeben. Aber eben nur für die Mitarbeiter, die „Umsatz bringen“.

An dieser Stelle sei dir gesagt: Es wird sich nicht rechnen. Eine frustrierte Abteilung, die die tollen Veranstaltungen und Reisen nur für die Kolleg:innen buchen darf, aber selbst nur zur Arbeitsrechtsschulung der Krankenkasse (kostenlos) gehen darf…was willst du von der erwarten?

Eine ganzheitliche HR muss heute auch für übergreifende Themen stehen. Marketing, Personal- und Teamentwicklung, Präsentations- und Auftrittsstärke sind heute genauso wichtig für HR wie Kenntnisse im Arbeitsrecht. Also stelle bitte unbedingt auch für deine HR-Abteilung Budget und vor allem Zeit zur Verfügung. Eine motiovierte und gut ausgebildete HR holt dir ebenso motivierte und gut ausgebildete neue Mitarbeiter:innen an Bord und hält sie auch!

3. Rechne nicht immer alles gegen, aber fordere Messbarkeit ein.

Budget und Zeit – ähnlich wie bei der Weiterbildung spielt es auch in anderen Themenfeldern für HR eine große Rolle. Nicht nur mit Blick nach innen auf die Abteilung, sondern auch nach außen. Eben mal schnell Kulturentwicklung anstoßen? Schnell mal das Employer Branding überarbeiten? Die Stellenanzeige kurz mal neu aufsetzen, weil sie nicht so performt?

Solltest du – entgegen Punkt 2 – deiner HR-Abteilung genug Weiterbildungsmöglichkeiten zukommen lassen, wird sie dich in diesen Punkten unterstützen. Sie wird dir (weil gut ausgebildet) vermutlich aber auch sagen, dass das “nicht mal eben” so gemacht und es kein Projekt für zwei Tage ist. Gerade Kulturarbeit und Teamentwicklung fordern nachhaltige monetäre und zeitliche Investitionen vom Unternehmen. Da ist es nicht einfach mit einem einzigen Workshop getan und plötzlich hat man eine coole Kultur, auf die sich jeder einlassen möchte.
Daher: Verständige dich auf ein Vorgehen gemeinsam mit der HR-Abteilung, stelle auch Gelder bereit, um Tools zu nutzen, die eine Messbarkeit der Maßnahmen möglich machen. Gute HR-Arbeit wird einfach auch hier und da Zeiten der Belegschaft einfordern. Es ist wichtig, dass sich die Mitarbeiter:innen beteiligen und eingebunden sind. Blocke daher nicht alles ab, was die HR-Abteilung nicht alleine stemmen kann und höre dir auch die entsprechenden Argumentationen an. Suche Kompromisse und Vorgehensweisen, von denen das ganze Unternehmen profitiert.

4. Stelle dich hinter deine HR-Abteilung.

Zu HR hat jeder eine Meinung. Grottig, okay, supercool…egal, wen du fragst, jeder hatte schon seine Erfahrungen mit der Personalabteilung. Das wichtige ist, dass du dich als Manager:in oder Führungskraft hinter deine HR-Abteilung stellen solltest. Gerade dann, wenn Dinge nicht so geradlinig laufen wie gewünscht. Oder wenn Abteilungen versuchen, Druck aufzubauen, weil sie nicht zufrieden sind an einigen Stellen. Gib den Druck nicht 1:1 weiter!

Sprich gut von deiner HR-Abteilung, unterstütze sie und verteidige sie, wenn nötig. Du hast kein gutes Gefühl dabei? Dann solltest du überlegen, ob deine HR richtig besetzt ist oder ob du den richtigen Zugang zur Arbeit der HR-Abteilung hast. In beiden Fällen hilft ein Workshop oder eine Intervention mit einer externen Begleitung.

Aber gehen wir einmal davon aus, dass du dich sogar sehr gerne hinter deine HR-Abeteilung stellst als Manager:in, weil du bereits die Punkte 1-3 beherzigst. Dann sage ich: „Herzlichen Glückwunsch!“ Deine HR-Abteilung wird es dir danken, indem sie die Themen mit Herzblut und Nachdruck wuppt, die dein Unternehmen beschäftigen.

5. Frag deine HR-Abteilung nach ihren Bedürfnissen.

Was dir als Manager:in hoffentlich bei allen Punkten klar wurde: Ohne den gemeinsamen Dialog geht nichts. Spreche in regelmäßigen Terminen mit deiner HR-Abteilung. Lass dir Visionen teilen oder noch besser: Entwickele sie mit HR gemeinsam! Mach nicht alles zwischen Tür und Angel und lass dir nur Ergebnisse präsentieren, sondern gehe in den Dialog und suche gemeinsam mit deiner Personalabteilung die beste Lösung.

Du wirst sehen: Wenn du an deiner HR-Abteilung mit Wohlwollen und auf Augenhöhe dran bleibst, wirst du mehr für dein Unternehmen erreichen, als wenn du nur Deadlines und Druckpunkte setzt. HR muss und soll performen und einen Mehrwert für das Unternehmen bieten – keine Frage. Aber dazu braucht eine starke HR-Abteilung auch das Commitment und den Rückhalt aus Management und Führungsebene. You can do it!

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