Aktuelle Studie zur Gen Z im Unternehmen: Wer jetzt nicht handelt, wird den Anschluss verlieren.

Die Babyboomer verlassen den Arbeitsmarkt, die Gen Z kommt – aber sind wir darauf vorbereitet? In den nächsten Jahren tritt eine ganze Generation aus dem Arbeitsmarkt aus, und die Unternehmen, die sich nicht rechtzeitig auf die Anforderungen der nachrückenden Generation Z einstellen, werden schlichtweg das Nachsehen haben. JobTeaser hat eine aktuelle Studie vorgelegt, die tiefgreifende Einblicke in die Erwartungen, Herausforderungen und Wünsche der Gen Z auf dem Arbeitsmarkt gibt – und die Ergebnisse sind durchaus überraschend. | Anzeige. Ihr lest einen gesponserten Beitrag in Kooperation mit JobTeaser.

Mit dem bevorstehenden demografischen Wandel auf dem Arbeitsmarkt, der durch das Ausscheiden der Babyboomer aus dem aktiven Arbeitsleben gekennzeichnet ist, nimmt der Druck auf Unternehmen zu, ihre Belegschaften zu verjüngen und die Gen Z gezielt anzusprechen. Und das gilt für alle Unternehmensgrößen: Vom kleinen Handwerksbetrieb bis zum Großkonzern. Die junge Generation bringt jedoch nicht nur neue Fähigkeiten und Ansprüche mit, sondern auch eine andere Erwartungshaltung an den Arbeitsmarkt. Wer hier nicht frühzeitig die richtigen Weichen stellt, läuft Gefahr, in der Talentgewinnung ins Hintertreffen zu geraten. Es nützt also nichts wenn von Personalentscheider*innen-Seite gejammert wird, wie kompliziert nun alles sei… denn die Studie zeigt leider auch, dass sich die Personalabteilungen hierzulande selbst oft ziemlich daneben verhalten. Von Diskriminierung bis Ghosting ist alles dabei. Also dürfen wir uns zur Auflockerung der Debatte auch mal an die eigene Nase fassen…Doch erst einmal von vorne:

Generation Z auf dem Arbeitsmarkt: Fast Vollbeschäftigung und klare Erwartungen

Die Arbeitslosenquote der 15- bis 25-Jährigen in Deutschland liegt 2024 bei nur 4,9% – das ist der niedrigste Stand in der Eurozone. Junge Menschen, die in den Arbeitsmarkt eintreten, haben also gute Chancen, eine Stelle zu finden. Ob die Chancen nun für alle gleich verteilt sind…da kennt ihr die Antwort: Nein.

Und hinzu kommt noch ein Faktor: die Statistik ist nur die halbe Wahrheit. Die Generation Z weiß – wie die anderen Generationen im Übrigen auch – dass sie auf einem Arbeitnehmermarkt agieren. Und sie nutzen diesen Vorteil geschickt aus, um ihre beruflichen Vorstellungen durchzusetzen. Denn, Konjunkturprognose hin oder her, nochmal: Selbst die Unternehmen, die gerade straucheln, brauchen die jungen Kolleg*innen, um die Arbeitskraft in den nächsten 5-10 Jahren überhaupt noch abdecken zu können!

Über 70% der jungen Menschen geben in der JobTeaser-Studie an, genau zu wissen, welche Aufgaben sie mögen, welche Karriere sie anstreben und in welcher Branche sie arbeiten möchten. Hand aufs Herz: Wer konnte das von euch damals sagen? Ich absolut nicht. Bei mir war es eher Zufall, dass ich in der HR-Karriere gelandet bin. Entgegen meinem Gen-Y-laissez-faire scheint die Gen Z auf ein hohes Maß an Selbstbewusstsein und Zielstrebigkeit zurückgreifen zu können. Auffällig ist, dass sie sich besonders über ihre beruflichen Stärken und Schwächen im Klaren sind – ein Zeichen für eine selbstbewusste Generation, die ihre Ziele verfolgt und sich nicht mit weniger zufrieden gibt. Eigentlich eine gute Aussicht für Deutschland – passt es doch gar nicht zu den ganzen Unkenrufen, die eine faule und lustlose Generation herbeireden. 

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Die Sache mit den Gehaltsvorstellungen der Generation Z

Die Generation Z hat wohl die besten Informationsmöglichkeiten ever, was das Thema Gehälter angeht. Meine größte Angst war, dass ich beim ersten Jobgespräch gefragt werde, was ich verdienen wolle. Ich hatte das Glück, eine Personalerin in der Familie zu haben, die mir da Orientierung bot. Aber vor 12 Jahren war das Internet noch nicht besonders freigiebig in der Hinsicht. Heute gibt es zig Gehaltsstudien und Vergleichsportale. Aber ob die immer so richtig liegen…darüber sind Personaler*innen wie Chef*innen sicherlich eigener Meinung. Obwohl sie wissen, was sie wollen und viele Wissensquellen anzapfen können, haben dennoch 59% der jungen Studierenden Schwierigkeiten, ihre Gehaltsvorstellungen klar zu definieren. Diese Unsicherheit könnte in der Einstellungsphase eine Herausforderung darstellen, insbesondere für Unternehmen, die sich nicht an den spezifischen Anforderungen der Gen Z orientieren.

Ein klarer und transparenter Kommunikationsprozess bezüglich Gehalt und Benefits ist hier der Schlüssel, um Missverständnisse zu vermeiden und Talente zu gewinnen (das zählt auch für andere Altersklassen). Und bitte nicht erst beim letzten Gespräch damit um die Ecke kommen!

Die Gen Z scheint durchaus verhandlungsbereit, denn sie legt zudem großen Wert darauf, dass ihre Arbeit einen Sinn hat. Sie sind nicht nur an einem Job interessiert, sondern wollen das Gefühl haben, dass ihre Arbeit eine Bedeutung hat und zu einer besseren Welt beiträgt. Das Gefühl herzustellen ist für viele Unternehmen oft gar nicht so leicht. Dennoch müssen sie es schaffen, diesen Aspekt in ihrer Unternehmenskultur und ihren Stellenangeboten zu betonen.

Die Komplexität der Rekrutierung: Gen Z stellt (zurecht) hohe Anforderungen

In den letzten drei Jahren haben 39% der Personalabteilungen eine zunehmende Komplexität bei der Rekrutierung junger Talente festgestellt. Hauptgrund dafür? Ein Mangel an qualifizierten Kandidat*innen und zu hohe Gehaltsforderungen. Tatsächlich glauben 55% der Personalverantwortlichen, dass die Herausforderungen bei der Rekrutierung junger Menschen genau darauf zurückzuführen sind. Aber tun sie auch was dagegen?

Für Unternehmen heißt das: Ein Umdenken ist erforderlich, um den Anforderungen der Gen Z gerecht zu werden und gleichzeitig wettbewerbsfähig zu bleiben. Denn in einer Zeit, in der für junge Deutsche fast Vollbeschäftigung herrscht, sind sie es, die den Ton angeben. Die Gen Z erwartet eine auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Rekrutierung, die schnell, transparent und flexibel ist. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass junge Menschen eben durchaus verhandlungsbereit sind, wenn man ihnen die Umstände und Benefits genau erklärt. Und zu Benefits gehört auch der wachsende Wunsch nach Work-Life-Balance und flexiblen Arbeitsmodellen. Die Gen Z legt – wie mittlerweile das Gros der Arbeitnehmenden – großen Wert darauf, ihre beruflichen und privaten Verpflichtungen in Einklang zu bringen. Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice-Optionen und die Möglichkeit, eigene Projekte zu verfolgen, sind daher zunehmend wichtig, um diese Talente für sich zu gewinnen.

Und das Gute ist: Diese Benefits kommen auch den älteren Arbeitnehmenden zugute. Die Gen Z fordert einfach nur offen das, was andere sich nicht trauen oder so früh in der Karriere nicht getraut haben. Als Gen Y, die kurz nach der Finanzkrise auf Jobsuche ging, wurde mir überall eingebläut, dass ich froh sein könne, überhaupt was zu finden. Aber die Zeiten haben sich geändert und damit auch die Einstellung zu Forderungen gegenüber dem Arbeitgeber.

Stellenanzeigen, die an der Gen Z vorbeigehen und Fristen, die zur Geduldsprobe werden

Aber bevor man sich über angebliche unrealistische Forderungen und fehlende Skills bei der Gen Z beschweren kann, muss man die jungen Talente ja erstmal dazu bekommen, sich bei einem zu bewerben!

Es klingt paradox, aber nur 22% der Personalverantwortlichen passen ihre Stellenanzeigen aktiv an die Bedürfnisse und den Sprachgebrauch der Gen Z an. Dabei sind kurze, knackige Jobbeschreibungen und eine Betonung der Unternehmenswerte entscheidend, um die Aufmerksamkeit dieser Generation zu gewinnen. Die Gen Z ist daran gewöhnt, Informationen schnell zu konsumieren und hat wenig Geduld für lange, komplexe Texte. Eine klare und prägnante Ansprache ist daher der Schlüssel, um diese Zielgruppe zu erreichen. (Und das sollte man wahrscheinlich auch in den eigenen Führungsstil integrieren, wenn man mit dieser Generation erfolgreich zusammenarbeiten möchte.)

Eine schnelle Rekrutierung, eine klare Darstellung des Bewerbungsprozesses und die Möglichkeit zur digitalen Bewerbung gehören zu den wichtigsten Faktoren, die junge Menschen ansprechen. Insbesondere die Möglichkeit, den gesamten Bewerbungsprozess digital abzuwickeln, wird von der Generation Z hoch geschätzt. Viele Unternehmen in D haben hier einfach immer noch einen riesigen Nachholbedarf. Auf Papierbewerbungen zu verzichten bedeutet im übrigen nicht, dass man einen digitalen Bewerbungsprozess hat…

Und noch so eine Sache, die ich aber auch von mir persönlich kenne: Gen Z ist ungeduldig! 20 Tage – so lange (oder so kurz) dauert es, bis sie einen Einstellungsprozess als zu lang empfinden. Wird diese Zeitspanne überschritten, kann das zu Unmut und Abbruch des Prozesses führen. Ein Bewerbungsprozess, der sich zieht, ist Gift für die Motivation junger (und ehrlich gesagt auch erfahrener) Talente. Hier müssen Unternehmen Tempo machen, um nicht wertvolle Kandidat*innen zu verlieren. Denn wo ich länger brauche, schnappt ein anderes Unternehmen direkt zu! Und kein Wunder, dass daher zunehmend Kandidat*innen einfach aus der Pipeline verschwinden…

Ghosting im Bewerbungsprozess: Ein No-Go

Ghosting, also der plötzliche Kommunikationsabbruch innerhalb des Bewerbungsprozesses, nimmt immer mehr zu. Und wenn ihr jetzt denkt: Jaja, die Kandidat*innen hatte ich auch schon zu Genüge, dann kommt direkt euer Realitätscheck: Erstaunliche 74% der Gen Z haben schon einmal erlebt, dass sie nach dem Beginn eines Bewerbungsprozesses von Personalverantwortlichen „geghostet“ wurden.

Diese Praxis, die so ja gar nicht zu einer offenen und transparenten Unternehmenskultur passt, wird von den jungen Talenten als extrem negativ wahrgenommen. Umso alarmierender ist es, dass 52% der HR-Verantwortlichen offen zugeben, dass sie ghosten! Es scheint also okay zu sein, wenn es der Arbeitgeber macht, aber andersherum ist es ein No-Go? Interessante Einstellung, liebe Kolleg*innen…

Ghosting ist ein klares Zeichen mangelnder Wertschätzung und Respektlosigkeit gegenüber den Kandidat*innen. Unternehmen riskieren mit diesem Verhalten nicht nur, ihren Ruf zu schädigen, sondern auch den Zugang zu einem wichtigen Talentpool zu verlieren.

Eine offene und ehrliche Kommunikation sollte von Anfang an Teil des Rekrutierungsprozesses sein. Unternehmen müssen sicherstellen, dass Kandidat*innen über den Stand ihrer Bewerbung informiert werden und dass es klare Gründe gibt, wenn ein Prozess endet. Dies zeigt nicht nur Respekt, sondern stärkt auch die Employer Brand.

Warum Bewerbungen abgebrochen werden – nicht nur ein Gen Z-Problem

Was ich seit Jahren predige: Unternehmen, die zu viele Hürden in den Bewerbungsprozess einbauen, werden es schwer haben. Die Gen Z schätzt Transparenz, direkte Kommunikation und Effizienz. 45% der Bewerber*innen brechen den Prozess ab, wenn sie keine Nähe zum Recruiting-Team spüren, und 41% nennen mangelnde Transparenz bei der Vergütung als Grund. Diese Faktoren zeigen, dass Gen Z einen persönlichen und respektvollen Umgang erwartet – sollten den nicht eigentlich alle Kandida*innen bekommen?

Und jetzt müssen wir mal ganz dringen Reden: Fast die Hälfte der jungen Bewerber*innen berichtet, mindestens einmal diskriminiert worden zu sein – sei es aufgrund ihres Alters, ihrer ethnischen Zugehörigkeit oder ihres Geschlechts. Hier besteht dringender Handlungsbedarf für Unternehmen! Ohne ein inklusives und wertschätzendes Umfeld, wird das in Zukunft schwierig mit der Personalbeschaffung. Die Gen Z ist sensibel für Diskriminierung und erwartet von Arbeitgebern, dass sie klare Maßnahmen ergreifen, um diese zu verhindern. Ein klares Commitment zu  Diversity, Equity und Inclusion wird daher zu einem entscheidenden Faktor, um junge Talente anzuziehen und zu halten.

Die Gen Z legt großen Wert darauf, dass sie in einem Umfeld arbeiten, in dem sie sich wohl und akzeptiert fühlen. Aber wer möchte das denn aus den anderen Generationen nicht auch erleben?! Eben! Unternehmen, die eine offene und inklusive Kultur fördern, werden es in Zukunft leichter haben, die besten Talente zu gewinnen und zu halten. Dies erfordert jedoch nicht nur Lippenbekenntnisse, sondern konkrete Maßnahmen und Programme, die Diversität und Inklusion fördern.

Fazit: Jetzt handeln, um die Zukunft zu sichern

Die Studie von JobTeaser zeigt eindeutig: Die Gen Z hat klare Vorstellungen und hohe Erwartungen an den Arbeitsmarkt. Unternehmen, die diese Anforderungen nicht ernst nehmen, werden es schwer haben, in der Zukunft noch wettbewerbsfähig zu bleiben. Es ist an der Zeit, die Rekrutierungsstrategien zu überdenken, um die besten Talente dieser Generation zu gewinnen und zu halten. Und “ganz nebenbei” profitieren von solchen Maßnahmen eben alle Generationen!Neugierig geworden? Dann ladet euch die vollständige Studie herunter und erfahre mehr über die Gen Z und ihre Erwartungen an den Arbeitsmarkt. Denn wer heute die Weichen stellt, sichert sich die Talente von morgen.

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Eva Stock schreibt seit 2016 als „HR is not a crime“ Texte zu aktuellen HR-Themen.
(Foto-Credits: Maike Wittreck)

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